Drei Länder - Drei Fernwege - Drei Flüsse - ein Eindruck
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Tour durch Tschechien, Österreich, Deutschland  
 
Die eindrucksvolle Reise mit Zelt führt durch...

  • Sächsische Schweiz
  • Böhmische Schweiz
  • Böhmisches Mittelgebirge
  • Böhmisches Becken
  • Österreichisches Mühlviertel

Tour Details


Tourdetails 

Charakter: 9-Tage Tour teils mit viel Ursprünglichkeit und einsamen Abschnitten fernab von Stress und Verkehr. Eine Tour mit bleibendem Eindruck und erlebnisreichen Tagen - äusserst empfehlenswert -

Anforderung: fahrtechnisch relativ einfach zu bewerkstelligen. Ab Prag muss man sich auf zahlreiche kleine und längere Anstiege mit verschiedenen Steigungen einstellen. Bis nach Österreich führt die Tour gesamteinheitlich mehr bergauf als bergab. Erst kurz vor erreichen der Donau in Österreich werden die meisten Höhenmeter in wunderbar langen Abfahrten wieder vernichtet. Tourlänge ca. 750 km, Zeit: 9 Tage (mit einem Tag Aufenthalt in Prag), ca. 90% Asphalt in Form von Radwegen und wenig befahrenen Landstraßen, 10% Schotterwege durch Wald und Flur.
 
Ausgangspunkt/ Anreise: Anreise per Bahn von München über Nürnberg nach Dresden zum Ausgangspunkt. Die Radmitnahme per Bahn ist auch mit ausladenden Gepäcktaschen ohne Probleme zu bewerkstelligen. Von München nach Nürnberg hat der Expresszug ein reines Radabteil, in dem das Fahrrad sicher transportiert werden kann. Die Gepäcktaschen finden im grösszügigen Sitzabteil Platz. Von Nürnberg nach Dresden fährt ein herkömmlicher IC. Die Mitnahme von Rad und Gepäck ist gegenüber dem Nürnbergexpress nicht ganz so komfortabel. Haken zum aufhängen des Rades gibt es nicht, dass Rad kann samt Gepäcktaschen im Zwischenabteil an die Wand gelehnt werden. Insgesamt betrachtet ergibt sich so eine einfache und stressfreie Anreisemöglichkeit.
 
Route: Die Tour beginnt am Hauptbahnhof Dresden und führt von dort direkt an die Elbe. Das erste Etappenziel ist ein Zeltplatz in der Nähe der Elbe bei Bad Schandau kurz vor der tschechischen Grenze. Der Elbe weiter folgend (Tip: ab Bad Schandau nicht vom Elbradweg abweichen, ansonsten müssen Anstiege in Kauf genommen werden die brutalst steil sind und mit Gepäck selbst trainierte Fahrer garantiert zum Absteigen bewegen). Weiter geht es über Prag, Cholin, Podskali und Budweis (Ceské Budéjovice) der Moldau folgend nach Vyssi Brod. Durch den ehemals eisernen Vorhang im Grenzgebiet zwischen Tschechien und Österreich führt der Weg einsam zum Lipno-Stausee nach Horni Planá. Über die Grenze nach Österreich am Schwarzenberger Schwemmkanal führt der Weg Richtung Obermühl zur Donau. Dort dem Donauradweg folgend durch die Schlögener Schleife über Obernzell, Lindau nach Passau.
 

Regionaldaten


Entlang der Flüsse...

  • Elbe
  • Labe (Elbe)
  • Vltava (Moldau)
  • Donau

Durch die Städte...

  • Dresden
  • Dêcín
  • Litomêrice
  • Praha (Prag)
  • Písek 
  • Ceskê Budêjovice (Budweis)
  • Vodní nádrz Lipno (Lipno-Stausee)
  • Passau

Tour Bericht

Tourbericht 

Es war einer der heissesten Sommerabschnitte mit Temperaturen an die 40 Grad - Juli 2007 - Tourstart. 
 
Der Tag begann früh und führte mich gegen 5 Uhr zum Hauptbahnhof München. Im Nürnberg-Express der täglich zwischen Nürnberg und München verkehrt, verstaute ich mein Rad im Radabteil und nahm entspannt im halbleeren Zug Platz, um mir die bevorstehenden Tage vor Augen zu führen. Wie würde es werden und was wird mich erwarten? Am Ende war vieles anders, verbunden mit vielen schönen Erinnerungen....
 
In Nürnberg stieg ich in den Zug nach Dresden um. Da zu diesem Zeitpunkt tagsüber  Temperaturen um die 40 Grad zu erwarten waren, wurde das Sitzabteil per Klimaanlage extrem herabgekühlt. Äusserst unangenehm, da ich eine Erkältung zum Tourstart vermeiden wollte und so die Stunden im Zug vorteilhaft im Zwischenabteil bei Rad und Ausrüstung in schweisstreibender Wärme verbrachte.
 
Am Hauptbahnhof Dresden angekommen, musste ich mich mit Hilfe von Passanten kurz orientieren, um den Weg zur Elbe zu finden, die ich kurz darauf erreichte. Witzigerweise war ein Grossteil der Promenade gesperrt, da grosse Radtouristikfahrten veranstaltet wurden. Bei 35 Grad an diesem Tag erlag ich in der Nähe des Ortes "Strand" dem ersten Plattfuss, der mich leicht ins grübbeln brachte, hatte ich doch im Vorfeld so gut wie alle Fehlerquellen versucht gering zu halten. Ein paar Minuten später ging es mit neuem Schlauch weiter zum ersten geplanten Aufenthalt.
 
Am nächsten Tag kaufte ich an einem Schlauchautomaten in Bad Schandau mehrere Ersatzschläuche, da ich die Fehlerquelle des Plattfusses am Tag zuvor nicht lokalisieren konnte. Nach Tourende stellte sich heraus, dass der Platten durch einen altersschwachen Schlauch verursacht wurde. Weitere Platten gab es auf der Tour nicht. Am zweiten Tag führte der Weg geradewegs nach Tschechien bei brennenden 40 Grad. Unterwegs lernte ich Henk aus Holland kennen. Ein verrückter Holländer der sein Rentendasein mit Radfahren verbringt. Seine Tour führte von Holland nach Süddeutschland, von dort über Österreich nach Tschechien. Quer durch Tschechien zurück nach Norddeutschland und von dort wieder Richtung holländische Heimat. Wir unterhielten uns lange und schwitzten in den Getreidefeldern um die Wette, bis wir die Tour jeweils in entgegengesetzter Richtung fortsetzten.
 
Am dritten Tag der Tour gab es Temperaturen um 38 Grad (im Schatten) und äusserst schlechte Wege die Richtung Prag an der Elbe entlang durch extrem grobe und weites Kopfsteinpflaster nahezu unfahrbar wurden. Kurz zuvor warnte mich ein Einheimischer, die Tour nicht durchweg am Elbufer entlang zu fahren, da ein Stück des Weges extrem schmal an einem Steilhang direkt am Ufer entlangführte. Daher wählte ich den Umweg über die Bergstrasse die, trotz viel Schweiß, mehr Sicherheit garantierte. Im Ortsteil von Troja in Prag angekommen, quartierte ich mich im Kemp Fremunt ein, dass einen äussert positiven Eindruck hinterlassen hat. Den darauffolgenden Tag nutzte ich, um Prag ausführlich zu besichtigen.
 
Am fünften Tag startete ich bereits früh am Morgen, da das Wetter sich vorraussichtl. nicht positiv entwickeln würde. Bei 35 Grad liess ich Prag hinter mir und wurde von einer Anhöhe auf die andere getrieben. Nachdem ich feststellte, dass ich erheblich vom ursprünglichen Kurs abgekommen war musste ich mich neu orientieren und landete nach vielen Anstiegen in Podskalí einem tschechischen Ausflugsgebiet am Moldaustausee. Kaum mein Zelt aufgestellt, kam tief über den See in grosser Geschwindigkeit eine tiefschwarze Wolkenwand wie ich sie noch nicht gesehen hatte. Kurz darauf ging ein unvorstellbarer Gewitterregen über das Kemp nieder. Mein Zelt hielt dem Angriff statt. Das Wasser vom Berg schoss talwärts unter dem Zeltboden durch, dass man meinte auf einem tiefgekühltem Wasserbett zu sitzen. Nach 20 Minuten war der Spuk vorbei - die Ausrüstung hatte ganze Dienste erwiesen und dem Angriff von Sturm und Wasser standgehalten. Der Slogan des Zeltherstellers - ein ideales Schlechtwetterzelt - war somit bewiesen -danke-
 
Am folgenden Tag hatte ich die Nase voll vom Feier-Kemp Podskalí und startete früh in den Tag. Auch heute wurde ich von heissen 35 Grad im Schatten zwischen glühenden Getreidefeldern erwartet. Meine spärlich geplanten Kronen neigten sich dem Ende, so das ich mich um Geld bemühen musste. Wie gut das es im Outback keine Kaufgelegenheit gab, so visierte ich die nächstgrössere Stadt an. An dieser Stelle sei erwähnt: mein Kaufdrang beschränkte sich auf gekühlte Getränke, da die Hitze beim Radfahren teils unerträglich wurde und ich einen Liter nach dem anderen "tankte". Bis Budejovice schaffte ich es an diesem Tag nicht mehr, so das ich in Hluboká nad Vltavou auf der Lichtung eines Sporthotels einen Schlafplatz fand. In dieser Nacht überraschte mich ein böses Gewitter. Bereits gegen Mitternacht zählte ich die Zeit vom Blitz zum Donner, um festzustellen wie entfernt das Unwetter war, dass die ganze Nacht am Zelt zerrte, mit den Blitzen die Nacht zum Tag machte und zielgenau auf mich zusteuerte. Als es dann mehrfach blitzte und ich gerade anfangen wollte zu zählen krachte es plötzlich, dass man meinen konnte, einen Hammerschlag in den Magen abbekommen zu haben. Zeit zu handeln. Raus aus dem Zelt und in Sicherheit bringen...
 
Am nächsten Morgen war der Spuk vorbei. Bei 30 Grad im Schatten, meine Arme waren bereits verbrannt, ging  es weiter Richtung Budweis. Dort organisierte ich zuerst Geld, um dann in der Stadt gemütlich zu frühstücken. Der Vltava folgend landete ich in einem Kemp unterhalb der Staumauer des Lipno Stausees in Vyssí Brod. Den Abend verbrachte ich mit einem Radreisenden aus Polen, der von Polen nach Venedig unterwegs war. 
 
Der kommende Tag begann mit einem Unwetter. Kaum hatte ich meine Ausrüstung verstaut, ging ein heftiger Regenschauer nieder, der die Temperatur der letzten Tage in den Keller brachte. Mit Regenzeug quälte ich mich den Anstieg zum See hoch. So richtig angenehm wollte ich das Wetter nicht finden, denn mich fror abschnittsweise, so das ich wärmere Sachen auspacken und anziehen musste. Dieser Tag führte auf einem einsamen Weg (war früher der eiserne Vorhang zwischen den Ländern) den Stausee entlang bis nach Horní Planá. Dort setzte ich mit der Fähre über und fand mein nächstes Nachtlager. 
 
Am Tag darauf fuhr ich früh am Morgen mit der Fähre zurück, überquerte die Grenze zu Österreich und fuhr auf den alten Wegen des Schwarzenberger Schwemmkanales Richtung Donau. Entgegen den letzten Tagen gab es an diesem Tag bis auf wenige und kurze Anstiege herrlich lange Abfahrtskilometer die trotz voller Bepackung teils mit 70 km/h dahinschmolzen. Dem beliebten Donauradweg folgend ging es weiter bis nach Passau wo die Nacht auf dem Zeltplatz an der Ilz verbracht wurde und damit das Tourende erreicht war.

Tour Abschnitte

Tourabschnitte 

  • 1. Tag Dresden - Bad Schandau
  • 2. Tag Bad Schandau - Velké Zernoseky
  • 3. Tag Velké Zernoseky - Prag (Troja)
  • 4. Tag Prag (Troja) Besichtigungstag
  • 5. Tag Prag (Troja) - Podskalí
  • 6. Tag Podskalí -  Hluboká nad Vltavou
  • 7. Tag Hluboká nad Vltavou - Vyssí Brod
  • 8. Tag Vyssí Brod - Horní Planá
  • 9. Tag Horní Planá - Passau

Übernachtungstipps

Übernachtungstipps 

Bad Schandau  ostrauer-muehle.de etwas versteckt gelegener Zeltplatz mit viel Wald und Bäumen umgeben. Lage sehr ruhig, aufgrund des Umfeldes kein Handyempfang möglich. Empfehlenswert sind die Bereiche "I" und "J", da bei diesen Plätzen die erste Morgensonne das Zeltlager schnell trocknet und die kalten Glieder auf Betriebstemperatur bringt. Der grösste Teil des Campingplatzes liegt unter schattenspendenden Bäumen zur Strassenseite am Bach, wo es recht feucht ist.

Velké Zernoseky am See gelegen, für Ruhesuchende in den Nachtstunden allerdings nur bedingt empfehlenswert, da in unmittelbarer Nähe ein Betonwerk Nachtschichten abhält. Permanenter Dauerlärm lässt keinen Schlaf zu, auch wenn dieser aus der Ferne schallt. In den Morgenstunden wird mit dem Steinwerk in nur ca 400m Entfernung noch eins draufgesetzt. Der Campingplatz schien bei meinem Besuch 2007 im Aufbau, die Duschen waren gesperrt, die sanitäre Ausstattung äusserst einfach (improvisiert wäre der bessere Ausdruck). Voraussichtlich war dieser Platz früher ein öffentlich zugänglicher Bade- bzw. Angelplatz. Richtung Prag fahrend ist der Campingplatz rechts des Weges durch eine ebenfalls nach rechtsführende Wegschleife ausgeschildert.

Prag (Ortsteil Troja) Kemp Fremunt (beste Empfehlung) mit hervorragender Metro- und Busanbindung in die Innenstadt. Die sanitären Anlagen sind durchweg sauber und entsprechen deutschem Standard. Der Besitzer spricht fliessend tschechisch, deutsch, englisch, französisch und holländisch. Während meines Aufenthaltes überwog die Zahl der französischen Besucher. Wenn man es genau nimmt, war ich der einzigste Nicht-Franzose Zwinkernd Tipp: Mit der Buslinie 112 und dann mit der Metro 2 bis zur Haltestelle Florence oder Muzeum und man befindet sich direkt in der Innenstadt von Prag mit zahlreichen Möglichkeiten. Der Bus hält bei Hin- und Rückfahrt genau vor dem Kemp Fremunt.

Podskalí mit gleichnamigen Kemp vermittelt Ballermann-Feeling. Hier scheint sich halb Tschechien zur Party mit viel Ausgelassenheit zu treffen. Der Platz ist äusserst gut besucht, liegt einige Kilometer entfernt der nächsten Städte. Für längere Aufenthalte und Erholungssuchende wenig empfehlenswert, da viele Dauercamper und Besucher in höchster Feierlaune sind. An diesem Ort hatte ich erstmalig das Gefühl abgezockt zu werden, anders waren die Preise für eine Dusche, eine Flasche Mineralwasser und alles was sonst noch zu bezahlen war, nicht zu erklären.

Hluboká nad Vltavou ehemaliges Sportcamp das jetzt zum Hotel umfunktioniert wurde. Die Gegebenheiten erinnern stark an frühere Zeiten, der Empfangsbereich wurde dem aktuellen Standard angeglichen und ist sehr schön gestaltet. Beim Rest fühlt man sich um Jahrzehnte zurückversetzt. Eine Schlafmöglichkeit auf der Wiesenlichtung ist ruhig gelegen und mit 150,- Kronen inkl. Poolnutzung und warmer Dusche völlig in Ordnung. Tipp: Kurz bevor man in Richtung des Sport Hotels nach rechts abzweigt, liegt auf der rechten Strassenseite eine Pizzeria. Dort lässt es sich sehr gut Speisen.

Vyssí Brod Kemp Pod Hrázi eine Mischung aus Jugendzeltlager, Ausgelassenheit und Partyzone. Für eine kurze Nacht in Ordnung. Aber auch hier gilt: Wer Ruhe und Entspannung sucht, sollte nicht hier nächtigen, sondern ein paar Kilometer Richtung Lipno-Staussee weiterfahren. Die sanitären Anlagen sind einfachst ausgestattet und durch die hohe Nutzungsfrequenz nicht gerade vorteilhaft. Die Duschen werden von aussen durch eine Münze mit Warmwasser angesteuert. Die Warmwasser-Bedienung ist einfach, wenn man das System erstmal durchschaut hat.

Horní Planá Caravan Camping Horní Planá hochpreisige Region (eigentlich vollkommen schleierhaft warum, aber wahrscheinlich reine Tourizone). Die sanitären Anlagen sind neu und genauso grosszügig wie die Aussenanlage. Es gibt einen direkten Zugang zum Lipno-Stausee und die Möglichkeit eine Hütte anzumieten. Von Österreich nimmt man vorteilhaft die Fähre über den See. Das Camp zweigt nach ca. 400 Metern auf der rechten Strassenseite ab.

Passau - der **Zeltplatz an der Ilz ist immer wieder ein gern angelaufener Favorit von mir, da hier ausschliesslich Zelte zugelassen sind und der Platz ruhig und sauber direkt an der Ilz liegt. Hinzukommt das in den Sommermonaten fast nur Radtouristen anzutreffen sind und so mancher Abend vor dem Zelt durch Erzählungen doch mal länger ausfällt. Der Platz selbst gehört dem dort ansässigen Kanuverein. Die sanitären Anlagen sind komplett neu und sauber. Es wurde eine Art Aufenthaltsraum im unteren Bereich der sanitären Anlagen gebaut, der auch Schutz gegen Regen bietet. In die Innenstadt von Passau sind es lediglich ein paar Gehminuten. 

**camping-passau an der Ilz - keine eigene Website vorhanden. Erwähnenswert ist die hervorragende Lage direkt am Fluss in ruhiger Lage und die günstige Unterbringung. Frühstück ab 3,90 Euro. Die Innenstadt von Passau ist in wenigen Gehminuten gut erreichbar. Zugelassen sind nur Zelte, keine Autos oder Campingmobile. Kontaktdaten: Deutschland Zeltplatz a.d.Ilz Halserstrasse 34 in 94034 Passau Tel. 0851/41457